Jürgen Leschinger, CubusSign

Urwüchsige Wurzeln und Hölzer werden zu lebendigen Deko-Objekten

Knorrig, ursprünglich und originell sind die Werke des Holzkünstlers Jürgen Leschinger. Seine Gefäße holen ein Stück Natur in Innenräume, sind dekorativ und sehr vielseitig einsetzbar. Bei der Herstellung spielen handwerkliches Geschick, Intuition und nicht zuletzt der Zufall eine wichtige Rolle.

Wurzelstücke wie gewachsen, große wie kleinere, liegen im Garten vor der Tailfinger Werkstatt und warten auf ihre Verwandlung. Leschinger (46) nimmt die zum Teil vermoosten und mit Flechten besetzten Knorren in die Hände und inspiziert sie genau. Dann geht's erst mal an die Bandsäge: Eine, maximal zwei Seiten werden abgeschnitten und "begradigt" - dabei bleibt es immer spannend. Was kommt zum Vorschein? Bizarre Holzmaserungen, Hohlräume, gar Gänge von Insekten?

Auch nach der Bearbeitung mit Hobelmaschine und Kreissäge, nach dem Bohren eines mittigen, senkrechten Hohlraumes, in dem genau ein Reagenzglas Raum findet, bleibt das Holz, was es ist: In jedem Fall Natur strahlen diese Vasen aus, die schonend gewachst und geölt werden. Ausschließlich Unikate stammen aus Jürgen Leschingers Atelierwerkstatt, darunter aber auch große Gefäße, die er in aufwändiger, selbst konzipierter Leimtechnik herstellt. Eine große Auswahl zeigt Leschinger, der für seine Kunst das Label CubusSign gewählt hat, in seinem Reutlinger Ausstellungsraum in der Hans-Böckler-Straße 34.

Zur Holzkunst kam der gelernte Bankkaufmann, inzwischen seit rund 20 Jahren freischaffender Künstler, auf Umwegen. Er sammelte ein Jahr lang Eindrücke in Afrika, arbeitete in der Forstwirtschaft. Als selbständiger Möbelrestaurator und später als Bühnenbildner entwickelte er zunehmend eigene Ideen, baute erste Möbel und Objekte, organisierte Ausstellungen. Seine objektartigen Vasen kamen zunächst als klare Formen daher: Würfel und quadratische Säulen, einige auch konisch. Viele der Gefäße sind weit über einen Meter joch und enthalten wassserdichte Einsätze, in denen Pflanztöpfe oder Vaseneinsätze Platz finden. "Schlicht, streng, klar - ich habe mich bewusst reduziert, um mich selber zu disziplinieren, denn es spuken zu viele Ideen im Kopf herum", erklärt der Künstler den gewählten Weg. Er wird nicht müde, immer wieder von Neuem das Innere des Holzlebens zu entdecken, dabei behutsam wertvoll und interessant Gewachsenes zu inszenieren. Die Wurzelstöcke stehen dabei auch für Heimat, Verwurzelung.

- erschienen im Mai 2010 im Magazin BB-Lifestyle, KREISZEITUNG Böblinger Bote

Ein Schmuckstück bei zufriedenen Kunden

"Lieber Herr Leschinger,

ich habe eben ein paar Photos von unserem Schmuckstück gemacht. Auf den Photos können Sie auch sehen, dass wir die Tischoberfläche mit einer Glasfläche schonen. Wir haben sie im Maß 49 cm x 49 cm anfertigen lassen und der 1-cm-Abstand zu den Kanten sieht richtig gut aus. Jetzt können auch Weingläser darauf abgestellt werden, ohne dass man sich Gedanken um Flecken machen muss."