Die Vogel-Kirsche wird forstwirtschaftlich nicht als Waldbaum gepflegt. Sie kommt nur vereinzelt im Randbereich von Laubwäldern vor. Da das Stammholz zu Kernfäule neigt, werden die Bäume etwa im Alter von 70 Jahren geschlagen, das Höchstalter beträgt etwa 100 Jahre.

Das Splintholz des Kirschbaums ist gelblich-weiß, während das Kernholz eine gelbrötliche bis rotbraune Färbung aufweist, die teilweise von grünen Streifen durchsetzt ist. Splint und Kern setzen sich entsprechend farblich stark voneinander ab. Die Jahresringe sind deutlich erkennbar, die Jahrringgrenzen werden durch mittelgroße, einen deutlichen Ring bildende Poren markiert. Die Farbe kann vor allem durch Lichteinwirkung stark nachdunkeln und einen warmen, hell-goldgelben bis dunkel-rotbraunen Ton annehmen.

Das Holz ist mittelhart bis hart sehr elastisch. Kirschbaumholz lässt sich sehr gut bearbeiten und aufgrund der homogenen Holzstruktur leicht polieren, wobei sehr glatte Oberflächen erreicht werden können. Kirschbaumholz stellt sowohl aktuell wie auch in der Vergangenheit ein wichtiges Edelholz im Möbelbau sowie bei der Herstellung von Furnieren im Innenausbau dar. Vor allem im Möbelbau des Biedermeier und des Jugendstil war es durch seine warmen Rottöne sehr beliebt. Bis heute dient es zudem vor allem für Wand- und Deckenverkleidungen und Vertäfelungen.